Meine #Karla

So jetzt ist es endlich soweit, mein Kleid „Karla“ ist fertig… „Mein Kleid“, darf ich es zurecht nennen, denn ich habe es selbst designt. Es ist eine große Freude… als ich vor einem Jahr zu bloggen begonnen habe, hätte ich mir nie gedacht, dass ich mal meine Kleider selbst entwerfen werde 🙂 .

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Klar, es war zwar unendlich viel Arbeit, aber es ist ein wunderschönes Gefühl das fertige Teil in meinen Händen zu halten. Das Kleid ist nicht nur ein Stück Stoff. Viel von mir selbst steckt da drin. Deshalb fühle ich mich in ihm auch sooo wohl… Kennst du das? Wenn du dich in einem Kleidungsstück voll und ganz wiederfindest? Es kommt viel zu selten vor, aber es ist ein richtig gutes Gefühl. Da taucht auch wieder mal eine altbekannte Frage auf: „Wer bin ich?“, und „Wie bin ich? An der Kleidung eines Menschen kannst du vieles erkennen… sie sagt schon sehr viel über uns aus. Bewusst oder unbewusst … wir teilen ein in sportlich, elegant, cool, fröhlich, sexy, … und auch in … konservativ, durchschnittlich, langweilig, alternativ, freizügig, altmodisch, reserviert, modern, usw… Ich finde es schon interessant dass diese Eigenschaften auch meist zu dem jeweiligen Typ passen. Natürlich ist das seeehr oberflächlich und man kennt den jeweiligen Menschen aufgrund dieser Einschätzung noch lange nicht. Aber, und das finde ich einfach soo schön dabei, Kleidung ist Ausdruck… wir zeigen, wer wir sind und wie wir sind 😃

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Du stellst dir vielleicht die Frage, wie man als Hobbynäherin zu einem selbstentworfenen Kleid kommt? Am Anfang war da einfach ein kleiner Traum. Da ich, wie du vielleicht schon weißt, immer wieder Probleme habe, richtig coole Schnittmuster zu finden, wurden einfach meine konkreten Vorstellungen Schritt für Schritt umgesetzt. Inspiriert haben mich diverse Vintage Kleider aber auch unsere Tracht, nämlich das „Dirndl“.

Anfangs habe ich intensiv an der Erstellung von meinen Grundschnitten gearbeitet, und diese immer weiter zu meinen Vorstellungen hin abgewandelt. Das braucht vieeel Zeit. Deshalb mussten andere Nähprojekte einfach warten. Es war sehr interessant für mich einen Grundschnitt zu erstellen. Es ist Wahnsinn, wie viel Mathematik man dazu braucht. Es geht eigentlich die ganze Zeit nur darum, seine Körpermaße auf Papier zu übertragen … mit Hilfe von Formeln und anderen Rechnungen, werden Punkte markiert und diese Schritt für Schritt miteinander verbunden. Ich habe mir dabei ein Lehrbuch aus der Modeschule zur Hilfe genommen. Es heißt „Schnittkonstruktion für Damenmode“ von Guido Hofenbitzer. Das Buch wurde mir von einigen Profis empfohlen und ich kann es nur weiterempfehlen.

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Während ich meine Grundschnitte entworfen habe, konnte ich mir schon gar nicht mehr vorstellen, jemals wieder einen fertigen Schnitt zu verwenden. Es wird einem seeehr bewusst, dass Schnittmuster aus diversen Näh-Heften eine Annahme sind, wie der Durchschnitt z.B. einer Größe 38 sein sollte. Das gerade wir Frauen aber oftmals sehr unterschiedliche Proportionen haben, wird dabei natürlich nicht berücksichtigt. Deshalb kann ich nur jeder Hobbynäherin nahelegen sich solche Grundschnitte anzufertigen. Dies ist allerdings auch noch keine Garantie dass das angefertigte Kleidungsstück letztendlich perfekt passt. Viele Änderungen sind noch nötig um zu einem positiven Ende zu gelangen. So habe auch ich drei „Karlas“ genäht um dieses Kleid hier in meinen Händen zu halten.

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Die meisten würden vermutlich mit einem einfachen Shirt beginnen… 😦 wär eh gescheiter gewesen 😉 … Karla hat sehr viele Abnäher, eine Knopfleiste, einen weiten Ausschnitt mit Belegen, Puffärmel und Bänder am Rücken. Das heißt es mussten sehr viele Schnittteile angefertigt und gleichzeitig immer wieder abgewandelt werden.

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Mein Problemkind war der Ausschnitt. Die Vision war ein weiter und eher tiefer Ausschnitt. Ich habe ihn allerdings zu großzügig gezeichnet sodass ich ihn an der Schulternaht immer wieder einkürzen musste. Außerdem lag er nie an der Brust an. Deshalb habe ich den Ausschnitt auch noch in Falten gelegt. Mir gefallen die Falten mittlerweile voll gut, und ich finde dass sie zum Stil des Kleides passen. Es ist spannend, wie kreativ ich werde, wenn ich ein richtiges Problem habe 🙂 … Beim nächsten Mal wird auch der Einschlag der Knopfleiste noch verbreitert, denn beim Sitzen sieht man leider schon manchmal etwas Haut hervorblitzen, da „Karla“ ja auch wirklich eng geschnitten ist.

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Ich würde mal sagen, dass sind Anfängerprobleme… oder? 😉 haha ja genau … ich habe den einen oder anderen Profi befragt, wie man generell lernt, Schnittmuster zu erstellen… ein Studium?, vielleicht auch Kurse?,… alle meinten: „Tu es einfach“, und das ist auch mein Credo… 🙂

Die Stoffauswahl hat sich diesmal als sehr schwierig herausgestellt… Anfangs wollte ich einen kleingemusterten Blumenstoff verwenden… Ich habe nur in meinem Umkreis keinen gefunden… wenn es um Stoffe geht, bestelle ich wenig online… ich möchte sie vorher fühlen können… Dass dieses Kleid einen weichen Fall benötigt, war von Anfang an klar… da ich keine tolle Blumenstoffe fand (ein Appell an alle Stoffhersteller: Ich wünsche mir coole Vintage Blumenmuster!!!!! 🙂 ) habe ich mich aber schlussendlich für diesen soften Viskose Stoff von Milliblus entschieden. Ich steh auf himmelblau und das Muster hat ein bisschen Retro und Skandinavische Elemente … also eigentlich auch perfekt 🙂

Die Knöpfe schimmern perlmuttfarben und haben ebenfalls was retrohaftes…

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Zum Abschluss hab ich noch ein anderes Vintage Outfit für dich …

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Tja auf solche Hotpants steh ich auch total… 😍 …

… äh und bitte jetzt keine Beurteilung 🙄🙄🙄 … ok?

PS.: Einen großen Dank möchte ich hier auch noch an Christian Sikora von Visagemodels aussprechen. Echt wieder tolle Fotos, lieber Christian 🙂

Auch ein großes „Dankeschön“ an die Besitzer dieses wundervollen alten Bauernhofes. Ich habe ihn beim Laufen entdeckt und durfte die Location für das Shooting nutzen 🙂 .

 

 

6 Kommentare

  1. Meine Hochachtung! Ich habe drei Kurse besucht bzgl Schnittkonstruktion, und mir das alles selber beizubringen wäre für mich undenkbar. Gratulation! Aber ich verstehe dich, ich möchte eigentlich auch keine fertigen Schnittmuster mehr nehmen. Bevor ich die Kurse machte, war ich süchtig nach Nähheften, jetzt kaufe ich mir gar keine mehr. Und man kann sich einfach total austoben und genau das machen, was man will – ohne Kompromisse!
    Mach weiter so!!!!

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  2. Meine Hochachtung! Ich habe drei Kurse besucht bzgl Schnittkonstruktion und kann mir nicht vorstellen, mir das Ganze selbst beizubringen.
    Aber ich kann verstehen, dass Du keine fertigen Schnittmuster mehr nehmen möchtest – ich war bis zum Besuch der Kurse regelrecht süchtig nach Nähheften und jetzt kaufe ich mir gar keine mehr.
    Man kann genau das machen, was man will – ohne Kompromisse

    Mach weiter so!

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