Meine #Karla

So jetzt ist es endlich soweit, mein Kleid „Karla“ ist fertig… „Mein Kleid“, darf ich es zurecht nennen, denn ich habe es selbst designt. Es ist eine große Freude… als ich vor einem Jahr zu bloggen begonnen habe, hätte ich mir nie gedacht, dass ich mal meine Kleider selbst entwerfen werde 🙂 .

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Klar, es war zwar unendlich viel Arbeit, aber es ist ein wunderschönes Gefühl das fertige Teil in meinen Händen zu halten. Das Kleid ist nicht nur ein Stück Stoff. Viel von mir selbst steckt da drin. Deshalb fühle ich mich in ihm auch sooo wohl… Kennst du das? Wenn du dich in einem Kleidungsstück voll und ganz wiederfindest? Es kommt viel zu selten vor, aber es ist ein richtig gutes Gefühl. Da taucht auch wieder mal eine altbekannte Frage auf: „Wer bin ich?“, und „Wie bin ich? An der Kleidung eines Menschen kannst du vieles erkennen… sie sagt schon sehr viel über uns aus. Bewusst oder unbewusst … wir teilen ein in sportlich, elegant, cool, fröhlich, sexy, … und auch in … konservativ, durchschnittlich, langweilig, alternativ, freizügig, altmodisch, reserviert, modern, usw… Ich finde es schon interessant dass diese Eigenschaften auch meist zu dem jeweiligen Typ passen. Natürlich ist das seeehr oberflächlich und man kennt den jeweiligen Menschen aufgrund dieser Einschätzung noch lange nicht. Aber, und das finde ich einfach soo schön dabei, Kleidung ist Ausdruck… wir zeigen, wer wir sind und wie wir sind 😃

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Du stellst dir vielleicht die Frage, wie man als Hobbynäherin zu einem selbstentworfenen Kleid kommt? Am Anfang war da einfach ein kleiner Traum. Da ich, wie du vielleicht schon weißt, immer wieder Probleme habe, richtig coole Schnittmuster zu finden, wurden einfach meine konkreten Vorstellungen Schritt für Schritt umgesetzt. Inspiriert haben mich diverse Vintage Kleider aber auch unsere Tracht, nämlich das „Dirndl“.

Anfangs habe ich intensiv an der Erstellung von meinen Grundschnitten gearbeitet, und diese immer weiter zu meinen Vorstellungen hin abgewandelt. Das braucht vieeel Zeit. Deshalb mussten andere Nähprojekte einfach warten. Es war sehr interessant für mich einen Grundschnitt zu erstellen. Es ist Wahnsinn, wie viel Mathematik man dazu braucht. Es geht eigentlich die ganze Zeit nur darum, seine Körpermaße auf Papier zu übertragen … mit Hilfe von Formeln und anderen Rechnungen, werden Punkte markiert und diese Schritt für Schritt miteinander verbunden. Ich habe mir dabei ein Lehrbuch aus der Modeschule zur Hilfe genommen. Es heißt „Schnittkonstruktion für Damenmode“ von Guido Hofenbitzer. Das Buch wurde mir von einigen Profis empfohlen und ich kann es nur weiterempfehlen.

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Während ich meine Grundschnitte entworfen habe, konnte ich mir schon gar nicht mehr vorstellen, jemals wieder einen fertigen Schnitt zu verwenden. Es wird einem seeehr bewusst, dass Schnittmuster aus diversen Näh-Heften eine Annahme sind, wie der Durchschnitt z.B. einer Größe 38 sein sollte. Das gerade wir Frauen aber oftmals sehr unterschiedliche Proportionen haben, wird dabei natürlich nicht berücksichtigt. Deshalb kann ich nur jeder Hobbynäherin nahelegen sich solche Grundschnitte anzufertigen. Dies ist allerdings auch noch keine Garantie dass das angefertigte Kleidungsstück letztendlich perfekt passt. Viele Änderungen sind noch nötig um zu einem positiven Ende zu gelangen. So habe auch ich drei „Karlas“ genäht um dieses Kleid hier in meinen Händen zu halten.

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Die meisten würden vermutlich mit einem einfachen Shirt beginnen… 😦 wär eh gescheiter gewesen 😉 … Karla hat sehr viele Abnäher, eine Knopfleiste, einen weiten Ausschnitt mit Belegen, Puffärmel und Bänder am Rücken. Das heißt es mussten sehr viele Schnittteile angefertigt und gleichzeitig immer wieder abgewandelt werden.

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Mein Problemkind war der Ausschnitt. Die Vision war ein weiter und eher tiefer Ausschnitt. Ich habe ihn allerdings zu großzügig gezeichnet sodass ich ihn an der Schulternaht immer wieder einkürzen musste. Außerdem lag er nie an der Brust an. Deshalb habe ich den Ausschnitt auch noch in Falten gelegt. Mir gefallen die Falten mittlerweile voll gut, und ich finde dass sie zum Stil des Kleides passen. Es ist spannend, wie kreativ ich werde, wenn ich ein richtiges Problem habe 🙂 … Beim nächsten Mal wird auch der Einschlag der Knopfleiste noch verbreitert, denn beim Sitzen sieht man leider schon manchmal etwas Haut hervorblitzen, da „Karla“ ja auch wirklich eng geschnitten ist.

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Ich würde mal sagen, dass sind Anfängerprobleme… oder? 😉 haha ja genau … ich habe den einen oder anderen Profi befragt, wie man generell lernt, Schnittmuster zu erstellen… ein Studium?, vielleicht auch Kurse?,… alle meinten: „Tu es einfach“, und das ist auch mein Credo… 🙂

Die Stoffauswahl hat sich diesmal als sehr schwierig herausgestellt… Anfangs wollte ich einen kleingemusterten Blumenstoff verwenden… Ich habe nur in meinem Umkreis keinen gefunden… wenn es um Stoffe geht, bestelle ich wenig online… ich möchte sie vorher fühlen können… Dass dieses Kleid einen weichen Fall benötigt, war von Anfang an klar… da ich keine tolle Blumenstoffe fand (ein Appell an alle Stoffhersteller: Ich wünsche mir coole Vintage Blumenmuster!!!!! 🙂 ) habe ich mich aber schlussendlich für diesen soften Viskose Stoff von Milliblus entschieden. Ich steh auf himmelblau und das Muster hat ein bisschen Retro und Skandinavische Elemente … also eigentlich auch perfekt 🙂

Die Knöpfe schimmern perlmuttfarben und haben ebenfalls was retrohaftes…

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Zum Abschluss hab ich noch ein anderes Vintage Outfit für dich …

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Tja auf solche Hotpants steh ich auch total… 😍 …

… äh und bitte jetzt keine Beurteilung 🙄🙄🙄 … ok?

PS.: Einen großen Dank möchte ich hier auch noch an Christian Sikora von Visagemodels aussprechen. Echt wieder tolle Fotos, lieber Christian 🙂

Auch ein großes „Dankeschön“ an die Besitzer dieses wundervollen alten Bauernhofes. Ich habe ihn beim Laufen entdeckt und durfte die Location für das Shooting nutzen 🙂 .

 

 

Basic #ShirtLeela

Basics…
ich widme ihnen viel zuwenig Zeit, obwohl sie sooo essentiell sind…

Ich nehme mir immer wieder vor einen Hoodie, Jogginghosen, eine Sweatjacke zu nähen und dann, … ja was passiert dann… dann rollt wieder so ein tolles Bild von einem Kleid durch meinem Kopf und die Basicteile werden auf später verschoben …

Basics…

ich widme ihnen viel zuwenig Zeit, obwohl sie sooo essentiell sind…

Ich nehme mir immer wieder vor einen Hoodie, Jogginghosen, eine Sweatjacke zu nähen und dann, … ja was passiert dann… dann rollt wieder so ein tolles Bild von einem Kleid durch meinem Kopf und die Basicteile werden auf später verschoben …

Obwohl auf dieses Shirt das Wort „Basic“ eigentlich nicht zutrifft … denn es hat am Rücken einen wunderschönen Spitzenausschnitt, welcher mein Shirt definitiv feiner macht. Außerdem gefallen mir die Abnäher im seitlichen Vorder- und Rückenbereich sehr gut. Die Taille wird dadurch besser betont. Nicht zu vergessen die weiten Fledermausärmel, welche das Shirt urgemütlich machen.

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Der Schnitt stammt von Schnittmuster Berlin. Zwei tolle Frauen Ellen und Dagmar führen dieses Unternehmen.

Zitat der Beiden: „Tagesgeschäft ist nach wie vor die Schnittentwicklung für Designer und Bekleidungshersteller. Seit 2012 ist das zweite große Standbein Schnittmuster Berlin. Hierbei handelt es sich um Schnittmuster für alle Interessierten, die privat gerne nähen oder es gerade lernen.“

Das freut mich natürlich sehr, denn es gibt ein großes Archiv aus unterschiedlichen Schnittmustern wo bestimmt für jedermann etwas dabei ist.

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Zurück zum Shirt Leela. Es gibt so viele unterschiedliche Ausführungsvarianten und das mag ich. In diesem Fall hab mich mich für eine etwas „coolere“ Variante entschieden. Der hellgraue Stoff ist ein Single Jersey von Lebenskleidung aus 100% Biobaumwolle. Laut Angabe soll der Stoff und auch die Spitze einen Elasthananteil enthalten. Ich habe lange überlegt ob ich einen Jerseystoff mit Elasthan verwenden sollte. Ich habe mich aber deshalb dagegen entschieden, weil dieser Stoff manchmal schlabberig erscheint, vor allem wenn er schon öfters gewaschen worden ist. Bei der Spitze habe ich aber trotzdem eine dehnbare ausgewählt. Man sollte ja noch gut reinschlüpfen können. Die Verarbeitung hat super funktioniert. Die Spitze gibt es bei Stoffcorner Wels (hier geht´s zum Onlineshop).

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Für das Schnittmuster wurde ein Eingrößenschnitt in Gr. 36 gewählt, somit hab ich mir das Abpausen erspart.

Tja, was soll ich sagen … das Shirt wurde schon ausgiebig getestet und ich freue mich nach jeder Wäsche, wenn es wieder in meinem Kleiderkasten hängt. Es ist soooo gemütlich, gleichzeitig schön und einfach unkompliziert… eine gute Kombination würde ich sagen 🙂 ….

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Auf Instagram habe ich es bereits angekündigt… es gibt News… 😉 denn der Schnitt meines ersten selbst entworfenen Kleides ist fertig…. Jetzt geht´s noch an die Stoffauswahl und dann freue ich mich schon riesig dir die Bilder davon zu zeigen…

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Yiphiiieee …

Also, genieße den Frühling und bis demnächst 🙂

 

 

 

 

Retrokleid #OOna für kleine Mädchen

Ich steh ja so auf Vintage Klamotten, auch wenn ich mir persönlich (noch!) keine genäht habe und auch generell keine besitze… Der Stil der 50er, 60er und 70er Jahre hat schon einen ganz besonderen Flair… warum eigentlich?, habe ich mich gefragt und zumindest für mich herausgefunden was das spezielle an dieser Kleidung und überhaupt an dieser Zeit war…

In einer der letzten La Maison Victor Zeitschriften, habe ich ein megasüßes Minilatzkleid für Mädchen entdeckt… Da ich eine Jungsmama bin, wurde Luzia meine Nichte damit beglückt 🙂 …

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Ich steh ja so auf Vintage Klamotten. Auch wenn ich mir persönlich (noch!) keine genäht habe … Wenn ich Bilder der 50er, 60er und 70er Jahre sehe, inspiriert mich das einfach… warum eigentlich, habe ich mich gefragt, und zumindest für mich selbst herausgefunden, was das spezielle an dieser Ära war…

(Während meiner Näharbeit lief übrigens diese Playlist (unten) … Ich finde das Bild ja sooo geil… 😉

Ich glaube der Retro-Trend orientiert sich hauptsächlich an dem damaligen Lebensgefühl, was auf jeden Fall sehr stark von der Werbung beeinflusst war… zumindest vermute ich das, wenn ich mir die Werbeschaltungen von damals so ansehe …

Da bekomme ich gewiss keine Lust auf Vintage. Alles war so Klischee-behaftet, förmlich, angepasst, unfrei… ja und auch naiv…

In der breiten Masse ging der Mann arbeiten und brachte das Geld nach Hause, die Frau kümmerte sich um das Haus und die Kinder. Ob beide das wollten? Die Frage stellte sich wohl gar nicht… es war einfach so. Man sollte doch auch nicht aus der Reihe tanzen… Außenwirkung war wichtig …

Natürlich gab es auch viel Positives. Die Produkte, welche es zu Kaufen gab, waren langlebig. Qualität war den Leuten wichtig. Man überlegte, bevor man investierte. Elektrogeräte waren im Verhältnis viel teurer als heute. Man vertraute der Marke.

Dass erinnert mich gerade an meine Oma, welche leider schon verstorben ist. Sie hatte zu Hause definitiv das Sagen (was damals eher unüblich war). Oma managte die 4 Kinder und den Haushalt, ich kann mich noch gut erinnern, dass Opa auf dem Sofa saß und dem ganzen Trubel genüsslich zusah… Nach dem Essen wurde abgewaschen. Ich musste immer beim Abtrocknen helfen. Das war der Oma sehr wichtig. Im Anschluss wurden in kleinen Schüsserln cremige Nachspeisen serviert, oder Oma schälte auf einem braunen ovalen Tablett, einen Apfel und reichte ihn in die Runde… später wurden Kreuzworträtsel gelöst. Sie war ein sehr herzlicher, positiver, aber auch ein dominanter Mensch. Eine leidenschaftliche Hausfrau würde ich sagen. Schlank und immer sauber gekleidet. Beim Hauseingang gab es ein kleines Zimmer, mir wurde gesagt dass sie dort Leute aufnahm, welche gerade in Not waren. Ihre Kochbücher dufteten nach Vanille, weil sie in derselben Lade aufbewahrt wurden wie die Backzutaten. Im Flur befand sich ein Wandschrank, welcher mit Lebensmittel prall gefüllt war… Recheis Nudeln, Uncle Bens Reis, WC Ente, sie hatte immer die gleichen Produkte und Marken zu Hause. Es gab kaum Veränderung. Wenn sie mich sah, und dass war leider viel zu selten, drückte sie mich vor lauter Freude und sagte: „Mein Dirndl, schön dass du da bist“ oohhh dass war Balsam für die Seele 🙂 . Ich nahm ihr bei jedem Besuch eine Zeichnung oder was Gebasteltes mit. Dies bewahrte sie dann gewissenhaft in einer extra Schublade in ihrem Schlafzimmer auf. Dieses Gefühl der Sicherheit, der Langlebigkeit, des Unverändertseins, kann etwas ganz Schönes sein (auch wenn ich ein Kind der 80er bin, glaube ich zu wissen dass es bei meinen Großeltern auch in den 60ern und 70ern genauso gelaufen ist).

Meine Oma ist und war jedenfalls einer der wichtigsten Personen in meinem Leben. Keiner Person hab ich je so nachgetrauert wie ihr. Als ich 17 Jahre alt war, ruf sie mich plötzlich eines Freitages an. Sie hatte mich noch nie vorher angerufen, und fragte wann ich sie denn wieder mal besuchen komme. Ich versicherte ihr dass ich am Montag vorbei schauen würde. Am Sonntag bekam ich dann den taurigen Anruf von meinem Papa, dass sie leider an einem Lungeninfarkt gestorben sei. Das war ein völliger Schock für mich, denn meine Oma war noch nicht alt und sehr vital… 😦 😦

TrilliOma
Papa, ich, Oma

Heutzutage ist alles viel schnelllebiger. Gekaufte Produkte geben nach kurzer Zeit den Geist auf. Da wächst doch in manchen wieder das Bedürfnis nach  hoch qualitativen Produkten, wie sie es auch damals hauptsächlich gab. Wer suchet, der findet… zB auf Flohmärkten, Ebay und Co … Lounge Chairs, eine Retro Schreibtischlampe, ein alter Servierwagen, Schallplatten…

Auch sehr viele Modedesigner lassen sich von dem damaligen Kleidungsstil inspirieren… Petticoats, Pencil Skirts, A-Linien Kleider sind Klassiker und auch in der heutigen Mode nicht mehr wegzudenken…

FAZIT: Ich mag das Design und den Flair der Retro Zeit. Bei weitem nicht alles, aber vieles. Vor allem die Kleider finde ich super… sehr weiblich und sexy, mit „relativ“ einfachen Grundschnitten. Die Musik finde ich ebenfalls großartig. Ich steh auch auf Einrichtungsgegenstände von damals und suche selbst regelmäßig danach. Aber ganz ehrlich: Tauschen möchte ich die Zeiten nicht . Ich steh auf den Individualismus von heute und auf ein Leben in Selbstbestimmtheit. Das Gefühl und den Stil der damaligen Zeit lass ich aber gerne Mal in mein Leben einziehen. In Form von Klamotten, Sofas, Porzellan, Musik,…

Sodala … wieder mal ein großer Abschweifer meinerseits 😦 😉 jetzt aber zum Kleid Oona und Luzia 😉 …

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… so ein süßes, kleines Vintagekleidchen,  beständig und von Hand gemacht … hat doch was oder? In diesen Zeiten voller Ramschklamotten und Wegwerfmode … und auch wenn es gar nicht für mich ist, sondern für meine kleine Nichte Luzia ist, freue ich mich riesig darüber.

Wäre Luzia nicht der perfekte Typ für dieses Kleid, hätte ich es auch nicht für sie gemacht. Sie ist jetzt sechs Jahre alt und hat die weibliche Alleinherrschaft unter 6! Cousins. Sie weiß genau was sie will und lässt sich nicht unterkriegen 😉  Ja ich ich finde zu solch selbstbestimmten und süßen kleinen Mädchen, passt dieses Latzkleid haargenau.

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Als ich beschloss, dises Kleid zu nähen, hatte ich noch keine Stoffauswahl getroffen. Im Heft wurde ein weicher Wollstoff dafür verwendet. Mir fiel dann noch ein, dass ich mir einmal bei Stoffe Müller einen tollen rot weiß gewebten Wollstoff mit einer Art Fischgrätmuster gekauft habe. Er war bestimmt schon alt, und passte deshalb wieder perfekt zu meinem Retro Kleidchen. Der antikblaue Futterstoff lag auch bereits zuhause. Die grünen Knöpfe sind ebenfalls von Stoffe Müller und mindestens so alt wie der Wollstoff 🙂 hehe ich liebe so nostalgische Materialien, gut wenn man in der Nähe ein solches Stoffgeschäft hat.

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Ich dachte mir eigentlich dass dieses Kleid kein großer Aufwand sein würde. Ich hab mich getäuscht… ich saß schon mal sehr lange beim Kräuseln der Rockteile, weil mein Stoff doch sehr dick war und ich somit seitlich noch einkürzen musste… Die Träger waren auch ein Problemkind. Ich habe sie vor dem zusammennähen nicht versäubert, war laut Schnittmuster nicht notwendig. Beim Wenden der zusammengenähten Träger ist mir dann aber der Stoff aufgerissen, weil das Gewebe sehr grob ist. Also alles nochmal von vorn.

Zusätzlich ist das Kleid seitlich mit einem Reißverschluss ausgestattet und hat ein Zuggummiband mit verstellbarer Größe eingenäht. Kopflöcher nähen kann ich mittlerweile schon ganz gut.

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Alles in allem war es ein 25 Stunden Projekt. Da ist aber das Schnittmuster ausschneiden natürlich schon dabei 😉 . Aber wer meinem Blog  schon länger folgt, der weiß, dass mich das gar nicht  stresst … Ganz im Gegenteil …  es entspannt sogar … dass ist wie Meditation 🙂 … nicht umsonst gibt es unter den nähenden  Instagramern den Hashtag #nähenistmeinyoga oder #nähenistwiezaubernkönnen… ich glaube die wissen alle was ich meine 🙂 🙂 🙂

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So, das war jetzt der längste Blogbeitrag ever …

… aber … ist doch schön wenn man was zu erzählen hat… 🙂

Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Start in den Frühling

…und bis demnächst … auf NAHRISCH… 😉 😉 😉

 

 

Sweatjacke #Wout

Ein lang ersehntes Wunschkind meines Mannes ist diese Sweatjacke. Es hat wiedermal gedauert das passende Schnittmuster zu finden… ja ich weiß, es gibt genug Auswahl im Web, aber wenn ich mir die diversen Sujets so ansehe und ich da zwischen ihnen und mir überhaupt keine Gemeinsamkeiten erkennen kann…. tja dann muss der Mann halt noch warten… 🙂 und genau vor einem Jahr ist dann in der La Maison Victor ein Jackenschnitt namens „Wout“ veröffentlicht worden (La Maison Victor ist gerade meine Lieblingsschnittmusterzeitung, hast du bestimmt schon bemerkt,  …ist aber trotzdem keine bezahlte Werbung 😉 )

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Nach der Bloggründung im März letzten Jahres, gab es noch wichtigeres zu tun und im Herbst schaffte ich es dann endlich, Stoffe für dieses Projekt zu besorgen. Der Sweat und  das Bündchen kommen vom regionalen Bio Stoffgeschäft „Kraftstoff“.

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Die Kapuze wird laut Anleitung eigentlich nicht mit einem Stoff ausgekleidet, ich wollte dieser Jacke aber noch eine persönliche Note geben. Da ich noch ein Stück bedruckten, indischen Stoff zu Hause hatte, entschied ich mich für diesen. Ich finde meinem Mann stehen florale Muster sehr, und da er auch einen Bezug zu Indien hat (er war dort einige Zeit bei einem Bekannten, einem Inder zu Besuch) fand ich dass Endergebnis dann sehr harmonisch.

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Es ist schon interessant, wie sehr ich mich (oder Familienmitglieder) mittlerweile mit Farben und Schnitten identifiziere. An meiner Kleidung kann man sogar meinen aktuellen Gemütszustand feststellen. An manchen Tagen greife ich zu „Hauptsache gemütlich“… am nächsten zu „weit und kurz“ oder jetzt im Winter auch häufig zu „am besten warm“.

Was ich aber wirklich feststellen kann … ich trage kaum mehr Hosen (ausgenommen Jogginghosen). Ich hoffe das ändert sich wieder mal, denn eigentlich finde ich Jeans total cool. Vielleicht liegt es auch daran dass ich noch nie eine genäht habe… keine Ahnung… generell habe ich mich an Hosen noch nicht herangetraut, denn ich finde es gibt nicht viele in denen ich mir selbst gefalle… Schon als Teenie war der Schnitt der Hose extrem entscheidend. Es gab meistens nur maximal 2 Stück, welche ich dann immer abwechselnd getragen habe. Was mir aber schon länger vorschwebt, ganz ehrlich, das ist eine Latzhose… 🙂 Yuhuu, ja richtig gehört, eine Latzhose… ich besaß einmal eine, ich glaub mit 13 Jahren, eine in Orange … bähhh wie furchtbar, Orange ist überhaupt so eine Alptraum Farbe für mich… das geht gar nicht… meine Latzhose möchte ich in einem coolen Jeansstoff nähen… mehr gibts da noch nicht zu erzählen… mal schauen… Zukunftsprojekt 2018… 🙂

Zurück zum Sweater, was hab ich gelernt?

…Kängurutaschen aufnähen

…zweiteilige Reißverschlüsse einnähen (was schwerer war als angenommen)

…geduldig bleiben 🙂

So, jetzt muss ich aber Schluss machen… ein großartiges, aber sehr trauriges Hörbuch wartet auf mich… „Die Nachtigall“… sehr empfehlenswert…

Alles Liebe … und bis bald…

 

 

Kleid #Jewel

Dieses Kleid würde ich als meinen Favoriten der diesjährigen Wintersaison bezeichnen… ich liebe es einfach … weil es alle Vorzüge hat die ich soooo mag… traumhaft weiches Leinen, dieses Weinrot mit Brauntönen… ich könnte mich in diese Farbe reinlegen… dann das Oberteil mit der Knopfleiste und wieder ein weiter, schwingender Rock…

Dieses Kleid würde ich als meinen Favoriten der diesjährigen Wintersaison bezeichnen… ich liebe es einfach … weil es alle Vorzüge hat die ich soooo mag… traumhaft weiches Leinen, dieses Weinrot mit Brauntönen… ich könnte mich in diese Farbe reinlegen… dann das Oberteil mit der Knopfleiste und wieder ein weiter, schwingender Rock… dazu noch die wunderschönen Falten am Rock und Rückenteil und dieser abgerundete Kragen… Muuuaaahhh… für mich perfekt… 🙂

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Wie kam es eigentlich zu diesem Kleid?

Wenn du meinen Blog verfolgst, kennst du vielleicht schon mein Orla Dress vom letzten Sommer… da finde ich den Schnitt ebenfalls großartig und er ist diesem Kleid hier sehr ähnlich… ich wollte eigentlich ein Orla Dress für den Winter nähen… aber… ich fand den Schnitt nicht ganz wintertauglich… kurze Arme, enger Schnitt, kurzer Rock… ich wollte das Ganze ein bisschen, weiter, länger und feiner haben… als dann die Nähzeitschrift La Maison Victor Anfang November herauskam und die Merchant and Mills Bestellung eintraf, lag mein rotes Leinenkleid (zumindest gedanklich) schon vor mir… 🙂

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Das Kleid Jewel (wie es in der Zeitschrift heißt) war dafür perfekt… aber ich wär ja nicht ich, und deshalb mussten auch an diesem Kleid noch ein paar Kleinigkeiten verändert werden… die Ärmel wurden lang und das relativ lange Rockteil kürzer…

In der Anleitung sah ich schon den Schwierigkeitsgrad (drei von vier Häuser)… oh Mann… allerdings bin ich da meistens sehr zuversichtlich, denn erstens ist die Anleitung Schritt für Schritt bebildert und zweitens gibt es heutzutage schon genug YouTube Videos, wo man sich genau ansehen kann wie zum Beispiel ein Kragen mit Steg genäht wird…

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…was ich an mir selbst sehr interessant finde… ich bin im Grunde kein besonders ausdauernder Mensch… aber das Nähen macht mich ausdauernder… auch in anderen Bereichen wie Sport, den ich mittlerweile gut in meinen Alltag intergrieren kann …

…wenn ich nähe, gibt es einfach immer wieder diese „Flow Momente“ und man spürt die Zeit nicht mehr… deshalb beginnt bei mir die Zeit an der Nähmaschine auch nach 21:00… wenn die Kinder im Bett liegen dann beginnt „The Flowtime“ 😉 ganz entspannt neben einer Tasse Tee, oder heißer Milch, und am Liebsten mit guter Musik…

Ich habe eine Interpretin die meine Nähprojekte von Anfang an begleitet hat… dass war genau die Zeit, in der ich dass Nähen für mich entdeckt habe und die heißt Birdy (Jasmine van den Bogaerde)… und zwar gibt es da ihr allererstes Album, welches bei mir zum Teil auf und ab gespielt wurde und wird… ich möchte sogar behaupten, dass die Kleidungsstücke ohne Birdy, mir nicht so gut gelungen wären. Ich liebe ihre Melancholie, diese Leidenschaft und die Art und Weise, wie sie Klavier spielt… in gewisser Weise fühle ich mich einfach mit ihr verbunden (nicht nur wegen unseres gleichen Vornamens  – nein) …hier habe ich zwei meiner Lieblingslieder für dich verlinkt…

Thanx to Birdy for this amazing album 🙂 🙂 🙂 … nicht zu vergessen dieses Mädchen war bei der Veröffentlichung ihres ersten Albums 15 Jahre jung… richtig cool…

… wie sollte es anders sein, ich bin wieder mal völlig vom Thema abgedriftet… aber mein Leben dreht sich schließlich auch noch um andere schöne Dinge… nicht nur ums Nähen… 😉

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Anhand der schon erwähnten drei Häuser, wusste ich also bereits, dass das Kleid viel Zeit in Anspruch nehmen würde… ich werde häufig gefragt: „Und wie lang bist du da gesessen?“ Ganz ehrlich, ich hab keine Ahnung… 10, 20 Stunden… vielleicht auch 25… mir ist das völlig egal denn das Ergebnis zählt… Es kommt dann schon manchmal vor dass ich gegen 00:30 ins Bett gehe… dass ist aber dann meine Deadline…

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An diesem Kleid hab ich jedenfalls wieder etwas gelernt… 🙂 nämlich

1. Kragen mit Steg nähen

2. Knopfleiste mit Knöpfen nähen

3. Knöpfe mit der Nähmaschine annähen und

4. nicht nach 00:30 während der Woche ins Bett gehen 😉

An diesem Shootingtag hatte es 1 Grad Celsius und du hast die kleinen Schneeflöckchen vielleicht schon auf einem Bild entdeckt… ich bin fast erfroren… obwohl wir eh innerhalb 10 Minuten mit dem Shooting fertig waren… naja … eine Tasse Tee mit dicker Daunenjacke und Schihose und alles ist wieder gut 🙂

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Und hier noch ein groooßes Dankeschön an die Foto Crew… vor allem an meinen Mann der sich immer wieder Zeit für eine kleine Session nimmt… aber auch an Valentin, der sich währenddessen in der Natur beschäftigt… 🙂

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Bei diesem letzten Foto bin ich schon wieder warm angezogen, welche Freude… 🙂

… und jetzt hab ich noch ganz NAHRISCHE Grüße für dich  😉 😉 😉

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Capsule Wardrobe

… um ehrlich zu sein musste ich den Begriff „Capsule Wardrobe“ gerade noch mal googeln … ich wollte diesen letzten Beitrag des Jahres 2017 eigentlich „Jahresrückblick“ nennen, oder „mein erstes Bloggerjahr“, was auch ziemlich schlecht klingt … 🙂 …

… als ich jedoch letztens meinen Kleiderschrank ausräumte, um auszumisten und ihn neu einzusortieren, kam ich auf die Idee, nur meine selbstgenähte Kleidung reinzuhängen (ohne zu wissen was mit dem Rest geschieht und wie das Ergebnis aussieht) …

Ich habe mich dann wahnsinnig gefreut, dass so wenige Kleidungsstücke, gut nach Farben sortiert, unerwartet bunt und pastellig, da drin hängen, dass ich mir insgeheim dachte … Yiipieehh … dass ist meine „Capsule Wardrobe“ … wenige, hochwertige, selbstgenähte Kleider, Röcke, Oberteile, Cardigans, die farblich harmonieren, mir einfach perfekt passen und gut kombinierbar sind…

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Auf Instagram gibt es Leute, die unter anderem deshalb zu Nähen begonnen haben, weil sie ein Jahr auf den Kleiderkauf bewusst verzichten wollten … natürlich stellt man sich dann doch auch die Frage wie und wo diese Stoffe produziert worden sind, doch in erster Linie geht es doch darum, auf diesen massenhaften Billigkleiderkonsum zu verzichten und selbst die Verantwortung für seine Klamotten zu übernehmen. So wie wir als Familie schon seit über 10 Jahren uns fast ausschließlich von regionalen bäuerlichen Produkten ernähren, um täglich frische, gesunde Mahlzeiten auf den Tisch bringen, habe ich unbewusst damit begonnen, die Kleidung selbst herzustellen und somit einen Hauptteil unserer Kleidungsproduktion übernommen. Ich finde es einfach ein gutes Gefühl ein Stückchen weiter autark zu sein. Wir sind nicht mehr von der riesigen Bekleidungsindustrie abhängig und mit meiner Familie gemeinsam ein Stück freier geworden.

Wirklich überraschend finde ich auch, wie unsere beiden Jungs auf das Selbstgenähte reagieren … ich habe mir eigentlich ein … „es ist eh schön Mama, aber das von Zara ist cooler“ … erwartet … zumindest von meinem 12jährigen Sohn … es ist aber sogar so, dass von den Kindern mitgezählt wird, wie viele Kleidungsstücke der Einzelne schon erhalten hat, und wer als nächster an der Reihe ist, da ihnen die Sachen so gut gefallen… dass lässt das kreative Mutterherz dann schon höher schlagen … mit Selbstgenähtem kann man finde ich die Persönlichkeit (auch der Kinder) schon sehr gut unterstreichen, sodass sie sich darin einfach besonders wohl fühlen… und „handmade“ fühlt sich bekanntlich grundsätzlich besser an … 🙂

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… zurück zu meinem Kleiderschrank … er ist bewusst nicht groß … ich finde Frauen mit begehbaren Kleiderschränken bzw. Shopping Queens, welche nicht genug kriegen können nicht sonderlich sympathisch, deshalb habe ich mir auch zum Ziel gesetzt, nicht mehr als in diesen Schrank passt, an Kleidung besitzen zu wollen und Altes auszusortieren, da ich mir Übersicht und Ordnung bewahren möchte… ich habe dann nach dem Einräumen meiner selbstgenähten Stücke beschlossen, dass ich alle andere Kleidung weglassen möchte (bis auf ein paar wenige Teile) … es ist ein echt gutes Gefühl … meine handgemachte Garderobe … ich freue mich jedesmal sie wieder zu öffnen… 🙂 🙂

mde

Deshalb empfehle ich auch sehr dringend… alles ausräumen, ausmisten, einräumen… wär doch ein guter Neujahrsvorsatz oder?

In diesem Sinne …. A Happy NEW YEAR…

cof

 

Bäumchen

Weihnachten fängt bei mir (zumindest in Gedanken) dann an, wenn meine Kinder Ende September fragen, wann wir denn endlich den ersten Lebkuchen backen…

… spätestens dann frag ich mich wie heuer unser Adventkranz wohl aussehen wird, welche Kekssorten wir backen wollen, wem ich was schenken möchte, was ich wem schenken möchte, wer bekommt was Handgemachtes, geht sich das überhaupt noch alles aus…? usw 🙂

Weihnachten….

Weihnachten fängt bei mir (zumindest in Gedanken) dann an, wenn meine Kinder Ende September fragen, wann wir denn endlich den ersten Lebkuchen backen…

… spätestens dann frag ich mich wie heuer unser Adventkranz wohl aussehen wird, welche Kekssorten wir backen wollen, wem ich was schenken möchte, was ich wem schenken möchte, wer bekommt was Handgemachtes, geht sich das überhaupt noch alles aus…? usw 🙂

cof

Nicht immer ganz besinnlich und sehr oft auch einfach turbulent…. irgendwann erwischt es mich aber dann doch … Lebkuchenduft, Schneeluft und das erste Last Christmas im Radio und dann spürt man einfach diese Weihnachtsstimmung und plötzlich muss die restliche Herbstdekoration weichen, Adventkränze werden gebunden, Reisig wird verteilt, Schneesterne auf die Fenster geklebt, Kugeln aufgehängt, Lichterketten eingeschaltet und Kerzen angezündet… Gott sei Dank kann ich mittlerweile schon auf ein ganzes Sammelsurium von Gebasteltem und Genähtem zurückgreifen. In den letzten 10 Jahren hat sich so einiges angesammelt. Im letzten Jahr wollte ich unbedingt einen Christbaumbehang nähen, den ich dir gern zeigen möchte. Ich hab eine Christbaumschablone ausgeschnitten, welche als Schnittmuster für meine Stoffbäumchen diente. Dann wurden farblich abgestimmte Webstoffe ausgeschnitten (in diesem Fall von Stoff und Stil), bis auf eine kleine Öffnung zusammengenäht, mit Haushaltswatte befüllt und die Naht geschlossen…

Aufgrund unseres Schwedenurlaubes im Sommer 2016 stand ich im letzten Herbst total auf skandinavische Muster und Farben… graublaue Dreiecke, generell grafische Muster, pastelliges Rosa, Gold- und Weißtöne… mir gefallen sie auch heute noch 🙂

sdr

Auf diese Weise sind ca. 30 Stoffbäumchen entstanden. Man kommt sich dann schon etwas, wie am Fließband vor, aber es muss ja auch nicht immer jede Näharbeit den Geist herausfordern 😉 Ach ja … ein Faden wurde auch noch eingenäht, damit man die Bäumchen aufhängen kann. Bei mir kommen sie beim Tannenreisig vor der Haustüre, am Christbaum und an unserem Schwemmholzast als Dekoration zum Einsatz…

cof

Am 24.12. vormittags ist es dann soweit… der am Vortag ausgesuchte und geschnittene Christbaum wird aufgestellt… gemeinsames Christbaumschmücken ist angesagt… meine beiden Jungs helfen dann immer fleißig mit, während der Papa einen Glühmost zubereitet und von uns Fotos schießt… spätestens dann ist der Weihnachtstrubel vorbei und es wird ganz ganz leise… nach der Kindermette darf endlich das Christkind kommen…

Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest wünsch ich dir 🙂

Zapfenliebe

Ich möchte hier nicht nur über meine Nähprojekte berichten… es gibt da eine ganze Menge anderer Sachen, die ich nebenbei so mache. Da gibt’s den traditionellen Adventskranz, bemalte Ostereier, Christbaumschmuck, Wimpelketten…. mir fallen da noch viele andere schöne Projekte ein…. heuer hab ich zum ersten Mal mit meiner Schwägerin Ursi einen Zapfenkranz gebastelt.

Zapfen… ein großartiges Wunder der Natur… in einer unglaublichen Vielfalt… je nachdem von welchem Nadelbaum sie abstammen. Ich habe mir lange Zeit keine Gedanken darüber gemacht, wann der beste Zeitpunkt zum Zapfen sammeln ist… beim Waldspaziergang mit meiner Familie wurden sie halt einfach immer im Sackerl mitgenommen.

cof

Heuer im Frühjahr sind sie mir dann aufgefallen weil ich schon immer Ausschau nach Kiefern hielt… unter einem besonders großen Kieferbaum… massenhaft frisch gefallener Zapfen. Immer wieder hab ich einen Sack mitgenommen, meistens bei Wanderungen, da in unserer Gegend Kiefern nicht so häufig sind. Durch unsere VW-Bus-Trips hab ich sie sogar aus allen Herren Länder importiert… aus dem Nationalpark Sumava in Tschechien… Korsika und Italien… in Korsika habe ich unglaublich große Pinienzapfen gefunden… Länge 25 cm… ich entwickle dann eine richtige Sucht… weil sie einfach so unglaublich schön sind…  wenn wir dann zufällig wieder an besonders schönen Exemplaren vorbei gegangen sind haben meine Männer schon die ein oder andere Meldung gelassen wie: … geh, net schau wieda… na kumm jetzt reichts oba… bähh voi grauslig woast wos do ois drin ist? als ich dann meinem Mann auf Korsika beim Bus einräumen  jedes mal die 2 großen Müllsackerl voll Pinienzapfen in die Hand drückte hat er sich glaub ich manchmal sehr zusammenreißen müssen und einfach nichts gesagt, verständlicherweise, denn du musst wissen dass wir in unserem VW Bus eigentlich nur das notwendigste mithaben… drei Wochen Urlaub in einem nicht allzu großen Bus mit 2 Kindern und 2 Erwachsenen… da überlegt man sich schon was man einpackt. Die Bedingung meines Mannes war dann lediglich die Dichtheit der Säcke … da wir ja wissen was sich in so manch frisch gesammelter Zapfen so alles abspielt… Ohrwürmer, Ameisen Spinnen… auf Korsika evtl. auch noch schwarze Witwen… und da ich eh eine dezente Spinnenphobie habe kam mir das Gafferband gerade recht und die Zapfen wurden damit luftdicht verschweißt… 🙂 man kann sich ja immer alles richten … 😉

Kurz gesagt… ich bin heilfroh dass ich diese wunderbaren Teile mitgenommen hab… jetzt im Herbst/Winter zu Hause … geh ich manchmal durch die Gärtnereien… schau auf den Preis … 4 Euro (pro Zapfen versteht sich) und dann denk ich mir milde lächelnd: …. hab ich schon  😉 …

Im Frühling hab ich mir dann mit Ursi bereits ausgemacht: … aber im Herbst da gehen wir es an mit dem Zapfenkranz binden… denn sie findet Zapfen auch so schön wie ich 🙂 … bei einer Abendsession bis 1 Uhr nachts sind dann zwei wunderbare Kränze entstanden, worüber wir uns voll gefreut haben.

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Anfangs wollten wir die Zapfen auf einen Stroh- bzw. Styroporkranz kleben… der Strohkranz war uns aber zu rund und der Styroporkranz zu dick… also mussten im Garten ein paar Haselstöcke dran glauben… wir bogen die dünneren Äste in Kranzform, fixierten sie mit einem Draht  und los gings…

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Mit einer Heißklebepistole fixierten wir unterschiedlich große Zapfen auf dem Kranz… dass ganze ist stundenlange meditative Arbeit 🙂 da jeder Zapfen auch perfekt sitzen muss… nebenbei horchten wir noch Bruno Mars, Coldplay und Co … es war wirklich ein entspannter, kreativer und produktiver Abend 🙂

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Mein Kranz ziert zur Zeit unsere Haustüre… den Nachhaltigkeitsgedanken darf man auch nicht ausser acht lassen….  Zapfen bleiben schön … Gott sei Dank… 🙂